Graupner Schnellbaukasten (Schnell hiess damals mindestens 2-3 Wochen Aufwand) von ca. 1990. Ich war damals sehr grosser fan der Kampfjets und der Eurofighter war da brandaktuell. Speziell war das Projekt, da verschiedene Staaten erstmalig sich an einem Kampfjet beteiligt haben. Das war noch zu einer Zeit wo der reale Eurofighter nicht im Einsatz war. Der Erstflug fand erst 1994 statt. Das Wappenzeichen enthält nebst Deutschland, Italien, Spanien auch Grossbritannien. Frankreich war ursprünglich auch dabei, jedoch verfolgten sie andere Anforderungen, wie Flugzeugträger Tauglichkeit, leichter und einfachere Handhabung und sie verlangten einem grösseren Produktionsanteil als die anderen Länder, was zu einer Trennung der Staaten führte und Dassault alleine, mit der mittlerweile sehr erfolgreichen Rafaele, weitermachte. Graupner hat das Modell in den 90er Jahren bereits Veröffentlicht, und zwar in zwei Versionen: dem EFA Eurofighter, wie oben auf dem Bild zu sehen ist war dies die etwas grössere Version, mit Fahrwerk und die Eurofighter 90 Version, mit ca. 2.5 ccm Motorisierung, also kleiner und ohne Fahrwerk.
Der Aufbau war relativ einfach. Die zwei Abachi/Styro Flügelhälften mussten zu einem Delta zusammengeleimt werden, dann das Bugschiff und das Heckschiff als Sperholzkasten darauf und zu guter letzt die ABS Rumpfform mit dem Seitenleitwerk darüber leimen. Unter dem Flügel ein Sperrholzkasten welcher vorne mit einer geschlossenen ABS-Lufteinlasssattrappe versehen war und hinten dann in die Schübdüsen endete anleimen und fertig war das Teil.
Motorisiert mit einem 5ccm 2 Takter und meiner damaligen 40Mhz Multiplex MC2020 ging der Flieger dank des sehr dünnen Profils sehr flott in die Luft. Deltamässig je nach Querruderausschlag mit einer nicht mehr erkennbaren und steuerbaren Rollrate. Der Start musste mit voll gezogenem Tiefenruder ausgeführt werden, bis man mit dem Seitenruder die Richtung halten konnte. Der Grund für dieses Vorgehen waren die Fix eingestellten Canards welche über mehr als 5 Grad angestellt sind. Dies und der sehr weit hinten, fast beim Fahrwerk, liegende Schwerpunkt führte dazu, dass der Nasenpropeller das gesteuerte Bugfahrwerk bereits mit Halbgas soweit entlastet hat, dasss es keine Bodenhaftung zum Steuern mehr hatte. Ich bin mehrfach im Rasen gelandet, bis ich die Lösung zu dem Problem hatte….war dies doch mein erstes Delta.
Der Jungfernflug war entsprechend nervenzerreibend, einerseits bis ich den Eurofighter überhaupt in der Luft hatte, anderseits war ich von meinen konventionellen Hoch, Mittel und Tiefdeckern gewohnt: Ruderausschlag kann man nie genug haben. Somit konnte ich nach unzähligen Rollen und keiner Chance hier noch ein DualRate, oder Expo zu korrigieren, nur noch halb kontrolliert im Rapsfeld abstürzen. Naja: war eher ein Glück, dass ich den Flieger in eine einigermassen gerade Flugbahn bringen konnte, mich aber nicht mehr getraute Höhe, was mit dem Mischer auch immer ein bisschen Quer zur Folge hatte, und somit gleich wieder in einer Rolle, oder zwei Endete, zu geben. Nach der Suche und Reparatur war dies aber ein cooles Teil, schnell und Agil zu fliegen und deltatypisch auch schön langsam zu Landen. (Anmerkung: zu der Zeit musste man bei vielen Fernbedienungen noch zusätzliche Module für Deltamischer kaufen, oder einen mechanischen Mischer -zwei Servo auf einem Schlitten, eines schob den Schlitten hin und her was die Höhe war und eines für Quer- einsetzen.)
Da ich eine längere Pause machte und dann wieder intensiver mich mit dem Hobby beschäftigt habe, aber alles nur noch Elektrisch, war die Frage ob ich einen Elektromotor in die Nase einbauen soll, oder doch einen jetmässigen Umbau angehe.
Der Nasenpropeller und das fette, starre Fahrwerk waren halt schon ein Dorn im Auge. Und ausserdem geht es um die Herausforderung ob ich das hinbekomme. Also zum Markus Minger (www.elektroflug.ch) seine Erfahrung abholen und den passenden EDF einkaufen. Den Flieger abschleifen, in der Mitte den Flügel auftrennen, Platz machen für genügend einfliessende Luft, Stabilität mit Kohlerippen und Holmen wider herstellen, EDF und elektrisches EZF einbauen…… fast ein Jahresprojekt mit Pausen hat begonnen. Der zweite Jungfernflug steht nun noch aus. Befeuert mit 6S konnte ich mein Ziel unter 3Kg zu bleiben mit ca. 2.5Kg weit unterbieten und das Teil sollte nun senkrecht beschleunigen.